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"Tote " BR 80? Nein!

Die Wiederbelebung eines alten Schätzchens

Text: Günther Heinisch. Fotos: Tobias Heinisch

Manchmal ist auch mir der Trix Express-Gott wohl gesonnen.
Auf ebay entdeckte ich eine BR 80, die der Verkäufer als Bastlerware anbot und wie folgt beschrieb: „Trix Express H0 Dampflok 80 018. Altes Modell, Jahrgang nicht bekannt. Metallgehäuse (Zinkguss). Gebraucht und bespielt. Läuft nicht, leider. Leichte Lackschäden, aber für das Alter noch guter Zustand der Räder, Pleuel, Schleifer, etc. Innenleben (Motor) natürlich vorhanden.“ Auf dem beigefügten Foto war zu erkennen, dass es sich um ein Modell mit Standard-Permamotor handelt.
Da meine ganzen bisherigen 80er den Scheibenkollektor drin haben beschloss ich, die Auktion zu beobachten. Kurz vor Ende setzte ich ein Maximalgebot und erhielt bei 10,01 € den Zuschlag. Hinzu kamen noch 4,30 € Versand.
Wenige Tage später brachte die Götterbotin das Paket. Tobias nahm eine erste  Überprüfung vor, bei der der Motor einen kleinen Ruck machte, dann gab es einen Kurzschluss. Also wurde die Lok geöffnet. Zum Vorschein kamen brüchige Kabel, jede Menge Öl und viele Fusseln. Auch fiel das scheinbare Fehlen einer Beleuchtung ins Auge.
Tobias zerlegte daraufhin die Lok komplett, und dabei stellte sich heraus, dass es sich um die Ausführung mit vier einzelnen Stecklämpchen handelt, vorne zwei weiße, hinten zwei rote! Die muss wohl jemand rot lackiert haben, denn in der Bedienungsanweisung ist nur ein Lampentyp angegeben.
Nachdem alle Teile sorgfältig gereinigt waren, wurden die Außenschleifer neu verkabelt, neue Haftreifen aufgezogen, alles gut geschmiert und die Lok wieder zusammengebaut.
Jetzt fährt sie wieder, weich und geschmeidig, so gut wie es eben mit dem alten Permamotor geht (bitte keine Umbauvorschläge auf  Mabuchi, unseraner fährt kan Japaner!). Und sie hört sich viel angenehmer an als die Scheibenkollektor-Kreissägen!

Hier ein paar Fotos der Lok nach der Reparatur. Es fehlt nur noch eine neue Lackierung (und ein kleines Teil, wer findet es?).

BR80_1

BR80_3

BR80_2

BR80_5

BR80_4

Eine kleine Kuriosität noch am Rande: Irgendein Vorbesitzer hatte in das Gehäuse kleine Madenschrauben eingeklebt, wohl um das Gewicht zu erhöhen. Da Tobias der Meinung war, dass dies überflüssig sei, entfernte er diese Schrauben. Ich legte sie auf die Briefwaage und stellte fest, dass dadurch unsere Lok um sagenhafte 11 g leichter geworden war! Trotzdem ist sie noch in der Lage, mit zwölf Erz IIId- sowie einigen weiteren Gusswagen am Haken auf einer Steigung von drei Prozent anzufahren ohne zu schleudern…

P.S. vom 29.5.2010

Das fehlende Teil (ein Luftkessel links) ist mittlerweile ersetzt. Außerdem haben wir uns entschlossen, die Lok nicht neu zu lackieren, sondern in ihrem bespielten Originalzustand zu belassen.

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